Fahrtechnik

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Den Bereich "Fahrtechnik" konnten wir nur realisieren, weil fast alles darüber bereits an anderer Stelle gesagt wurde.

Hier haben wir natürlich stark bei anderen "geklaut", weil wir dachten, "das Rad nicht unbedingt neu erfinden" zu müssen. Natürlich haben wir uns bemüht, dieses nicht zu auffällig zu machen, doch "Insider" werden unseren "kleinen Betrug" sicherlich gleich bemerken. An den Inhalt der "Originale" können und wollen wir im Rahmen unserer Homepage nicht herankommen. Wenn Ihr mehr wissen wollt, lest die Quellen, aus denen wir kopiert oder inhaltlich entliehen haben:

KARTING en DETAIL - KARTING für SPORT und HOBBY; D. Doeblin, März 1996 in der RIMO Handels- und Verlags-GmbH, Hammermühle 23, 51491 Overath, Tel.: 02206/3053 + 3054 - Fax: 02206/8 23 98 - www.dimo.de

KART-SPORT, Ein Leitfaden für den Kartsport III, Wolfgang Feßke & RIMO-Verlag, November 1997, Kontakt wie vor

Go-Kart-Sport in Deutschland, Botho G. Wagner, Stuttgart, RIMO-Verlag

MOTOR Sport XL, Monatszeitschrift, RIMO Verlagsgesellschaft Overath

Kart Fahren - Die Schule der Weltmeister, Zeitgeist-Verlag, Düsseldorf, Motorbuch-Verlag, ISBN 3-613-30321-3

Eine Bitte an die betroffenen Autoren: Falls Ihr unser "Abpinnen" bemerkt habt, lauft nicht gleich zum Anwalt. Das, was Euch nicht gefällt, werden wir umgehend ändern oder beseitigen.


Fahrtechnik: Sitzhaltung

Den Anfänger im Kart erkennt man vorrangig an dessen Körperhaltung: Er sitzt meist vornüber gebeugt, "legt" sich in die Kurve und "rudert" recht heftig mit dem Lenkrad herum.

Eine solche Fahrweise entlastet die äußeren Räder auf Kosten der möglichen Querbeschleunigung. Passiert dieses zugleich mit dem Einlenkmoment, so drückt die Gewichtsverlagerung das Kart zusätzlich aus der Kurve.

Bei Regen oder glatter Fahrbahn kann ein solches "Sich-aus-der-Kurve-hängen" vielleicht noch einen Vorteil bringen, weil traktionsfördernde Last auf die Außenräder käme.


Der abgeklärte Kart-Pilot sitzt aufrecht, nahezu unbeirrt von jeder Querbeschleunigung! Ein wirklich schneller Fahrer wird somit einen eher unauffälligen Fahrstil pflegen, eine spektakuläre Fahrweise mit viel "Quer" ist ihm zuwider. Seine kurzen knappen Lenkmanöver, geprägt von zielsicherer Genauigkeit und wenigen Korrekturen, erlauben ihm, mit einem hohen Drehzahlniveau aus der Kurve auf den nächsten Streckenabschnitt zu gehen. Jeden überflüssigen Drift vermeidet er, kostet er ihn doch Zeit, die nicht in Geschwindigkeit umsetzbar ist!

Nur ein solcher konstanter Fahrstil erlaubt einem Fahrer, Änderungen an seinem Kart fachlich zu beurteilen.

Natürlich sind das alles Eigenschaften, die einer langen Erfahrung bedürfen. Hervorragende Qualitäten auf diesem Gebiet zeigen immer wieder Fahrer aus dem Slalomsport. - Dort gehört exaktes und fehlerfreies Fahren zum kleinen Einmaleins.


Fahrtechnik: Die Ideallinie

Als Ideallinie bezeichnen wir die schnellste Verbindung zwischen zwei Punkten auf der Rennstrecke, nämlich Start und Ziel.

Kurven sind nun mal um so schneller zu umrunden, je weiter der mögliche Bogen um sie gelegt wird. Außen anbremsen, innen hineinziehen und beim Herausbeschleunigen wieder außen hinaus:

Der Verlauf der Ideallinie ist die Folge einer Aneinanderreihung verschiedener Fahrzustände. Da wo der Grip am besten ist, wird maximal angebremst, auf den Scheitelpunkt gezielt und beim Herausbeschleunigen soviel Leistung und Schwung mitgenommen, dass der Außenrand nicht deshalb erreicht wird, weil auf ihn zugelenkt wurde, sondern weil die Energie das Kart genau bis dorthin trägt.

Anfänger sind meist in der Kurvenmitte zu schnell und können daher zwangsläufig erst sehr spät wieder aufs Gas gehen. Erfahrene Piloten bremsen rechtzeitig und bringen das Kart mit einer wohldosierten Lenkbewegung auf einen Kurs, der frühzeitiges Gasgeben erlaubt. Und ab jetzt ist es die Gaspedalstellung, die das Kart auf den Kurvenausgang zutreibt. Die Lenkung dient nur noch zur Korrektur..

Natürlich kann auch hier nur die Regel beschrieben werden, die wie immer nicht ohne Ausnahmen ist.

(Weitere Infos: siehe Literaturhinweise auf der Page!)


Fahrtechnik: Die Kampflinie

Die Ideallinie besitzt noch eine Schwester, deren Name ist "Kampflinie". Ihr Ziel ist nicht die schnellste Zeit, sondern der Sieg oder die Platzierung. Sie sollte allerdings immer mit ihrem vollen Namen genannt werden, der da "faire Kampflinie" lautet. Erst der Vorname legitimiert ihre Existenz.

Sie verläuft stets da, wo man von einem Konkurrenten vor einer Kurve ausgebremst werden könnte, sie gibt nur die schmutzige Außenbahn frei, oder zwingt den angreifenden Wettbewerber in eine Position, in der er selbst durch die hinter ihm fahrenden in Bedrängnis geraten könnte. Kurz, sie blockiert den Weg vorbei und lässt nur das schlechtere Ende übrig. Für echte Kartsportler findet sie ihr Ende stets dann, wenn der Hintermann klar schneller ist und nur aufgehalten wird. Sie verläuft auch nicht im Zickzack über die Geraden, und schon gar nicht wird der Gegner durch sie von der Piste ge3zwungen.

Die Kampflinie hält einfach nur alle Türchen für den Kontrahenten dicht. Hat dieser allerdings einen Spalt gefunden, so muss er ihn auch nutzen können!


Fahrtechnik: Das Bremsen

Im Normalfall besitzen wir beim Kart nur eine Bremse, die auf die starre Hinterachse wirkt. Verwöhnt von der Vierradbremse des Autos, wird der neue Kartfahrer über die Einfachheit der Bremsanlage überrascht sein, zumal er diese auch noch mit seinem linken "Kupplungsbein" bedienen muss.

Obwohl für die Scheibenbremse des Karts kaum mehr Kraft gebraucht wird als für die Kupplung des Autos, erfordert diese eine erheblich sensiblere Betätigung. Beim Auto verteilt sich die Radlast dynamisch beim Bremsen auf die Vorderachse, d.h., mehr als 80 Prozent des Gewichtes lasten vorn.

Beim Kart verteilt sich die Radlast deutlich weniger auf die Vorderachse; zum Glück, denn sonst hätten wir noch mehr Probleme beim Verzögern. Hinzu kommt unser stetes Bestreben nach optimaler Bremswirkung, wobei wir uns im Gegensatz zum Autofahrer dauerhaft auf dem schmalen Grat der Haftgrenze entlanghangeln. All diese Faktoren zusammen machen die negative Beschleunigung im Kart zu einem anspruchsvollen Metier, dessen Stellenwert ganz oben anzusiedeln ist.

Um es noch einmal deutlich zu machen: Die Bremse sitzt an der starren Hinterachse des Kart und bringt beide Hinterräder gleichermaßen zum Stehen. Solange nur mäßig gebremst wird, hat der Fahrer nichts zu befürchten, außer einer miesen Rundenzeit. Erst wenn die volle Bremswirkung gefordert wird, kommen die Reifen an die Haftgrenze.

Ein Reifen ist in der Lage, stets nur eine Kraft optimal zu übertragen. Ein an der Haftgrenze beschleunigter oder verzögerte Reifen überträgt 100 Prozent seiner Leistung in Fahrrichtung und 0 Prozent quer dazu. Umgekehrt gilt das gleiche.

Wer an der Haftgrenze um eine Kurve fährt und dabei bremst, der fliegt ab, da er damit dem Reifen mehr als 100 Prozent abverlangen will. Das erklärt auch die Unruhe des Karts beim maximalen Bremsen aus hohen Geschwindigkeiten, da zum einen für Kurskorrekturen an der Hinterachse die Haftung fehlt, und andererseits das Heck auch noch leicht entlastet wird.

Im Kartsport ist gutes Verzögern eine Grundvoraussetzung für Schnelligkeit. Das Herantasten an den optimalen Bremspunkt ist reine Übungssache, nur die wenigsten Fahrer haben diese Gabe quasi "im Urin". Die anderen müssen üben, üben, üben. Meist merken sie sich markante Stellen am Streckenrad (natürlich keine beweglichen Markierungen) und tasten sich mit dessen Hilfe mehr und mehr dem idealen Bremspunkt an.

Eine besondere Art des Bremsens ist das sogenannte "Anstellen". Ein Meister dieser Kunst heißt "Michael Schumacher", der diese Spielart besonders exzellent beherrscht. Neben der Bremswirkung der Hinterachse wir hierbei, durch vorheriges Quer-, oder eben Anstellen, eine optimale Bremswirkung dadurch erreicht, dass durch den Drift über alle 4 Räder, also schräg zur eigentlichen Fahrrichtung, zusätzlich Geschwindigkeit abgebaut wird.

Bei Regenfahrten bietet sich folgender Trick gegen den Drang zum Untersteuern an:

Beim Einlenken in die Kurve wird mäßig gebremst, wobei die Last auf die Vorderachse gelegt wird. Bei vielen Karts führt das zu einer erheblichen Verbesserung der Lenkbarkeit. Wohlgemerkt, dieser Vorgang wird nur kurz und leicht zum Einlenken benutzt. Gewissermaßen wird die ohnehin meist notwendige Bremsung vor der Kurve einfach bis in diese hinein verlagert. Im weiteren Verlauf der Kurve bleibt die Bremse gelöst. Ein ruckartiges Lösen der Bremse vor der Kurve ist bei Regen ohnehin nicht angesagt, da der entstehende Lastwechsel nur Unruhe ins Kart bringt, die mit großen Lenkausschlägen wieder korrigiert werden muss.


Fahrtechnik: Nutzt oder schadet der Slalomsport?

Für Kinder und Jugendliche stellt sich der Kartslalom als idealer Einstieg in den Kart- und damit dem Motorsport dar. Im Gegensatz zu anderen Veranstaltungen, wie zum Beispiel "Bambini- oder Kadettenrennen", bedarf es beim Slalom keines eigenen Karts. Bei einer Startgebühr von ca. 20,-- DM hat der junge Fahrer die Möglichkeit, mit einen 5,5 oder 6,5-PS-Viertaktkart seine Geschicklichkeit zwischen den rot-weißen Hütchen, auch Pylonen genannt, unter Beweis zu stellen.

Jeder Fahrfehler wird von der Stoppuhr gnadenlos registriert; auch ohne direkten Gegner ist der direkte Vergleich möglich. Fast alle erfolgreichen Rennfahrer der Formel 1 haben ihre ersten Erfahrungen im Kart- und auch Kartslalomsport gemacht.


Viel braucht man nicht um an Slalomwettbewerben teilnehmen zu können. Terminkalender und Ausschreibungen besorgen, die es bei den Automobilclubs, wie AvD und DMV gibt. Auch der ADAC veranstaltet solche Wettbewerbe; allerdings ist die Teilnahme im "Gau Westfalen" nur für Mitglieder von ADAC-eigenen Jugendgruppen möglich. Slalomveranstaltungen finden in der Regel sonntags und außerhalb der Ferien statt, so dass auch von dieser Seite her die Möglichkeit einer Teilnahme gegeben ist. Diese Slalomwettbewerbe finden meist regional, also in der Nähe des Wohnortes statt, so dass allzu lange Anfahrten ausgeschlossen sind. Ab 8 Jahren ist eine Teilnahme möglich, gestartet wird in 4 Jahrgangsklassen, wobei Mädchen und Jungen gleichberechtigt an den Start gehen.

Die Ausrüstung erfordert nicht mehr oder weniger, als die Utensilien, die wir von unseren Trainings her kennen: Integralhelm (oder Sturmhaube für Leihhelm), festes Schuhwerk, an den Gelenken geschlossene Kleidung und Handschuhe.

Absolut unverzichtbar, aber kostenlos, ist in jedem Falle für alle Altersklassen die Einverständniserklärung der Eltern, die entweder vor Ort oder zusammen mit der Nennung per Post beim Veranstalter eingereicht wird. Fahrer und Fahrerinnen des KamenerKartKlub (KKK) sind im Besitz eines AvD-Jugendausweises und können so an diesen Wettbewerben, außer ADAC "Nord", teilnehmen. Der AvD und DMV halten sich an den auch mit dem ADAC geschlossenen Kooperationsvertrag und lassen uns an ihren Wettbewerben teilnehmen.

Den Slalompiloten erwartet ein Parcours aus Pylonen, der meist auf ebenerdigen Firmenparkplätzen oder öffentlichen Geländen wie Schulhöfen etc. aufgebaut ist. Der Slalomkurs besteht aus verschiedenen Pylonen-Figuren, die wie folgt unterschieden werden:

- ein einzelner Pylon, der rechts oder links (wie angezeigt) umfahren wird.

- ein Tor aus zwei Pylonen im Abstand Kartbreite plus 50 Zentimeter. Mehrere Tore können eine Torfolge bilden.

- eine Gasse aus rechts und links stehenden Pylonen im Abstand Kartbreite plus 50 Zentimeter.

- ein Schweizer Parcours, in einer Reihe stehende Pylonen, die abwechselnd rechts und links umfahren werden.

- ein Kreisel, der als gleichmäßiger Kreis aus Pylonen gebildet und innen um ein Zentrumspylon umfahren wird.

- der Halteraum am Ende der Strecke mit 7 Meter Länge, über den nicht hinausgefahren werden darf.

Wer Pylonen "umfährt" (also: nicht drum herum fährt, sondern sie "platt macht") oder Tore auslässt, wird mit Strafpunkten (bzw. Strafzeiten von 2 für Pylone und 10 Sekunden für ausgelassene Tore/Figuren) bedacht.

Slalomsport ist nicht nur ein hervorragender Einstieg in den Kartsport für finanzschwache Kids, sondern ebenso empfehlenswert für Eltern, die ihrem Kind am liebsten sofort ein eigenes Kart kaufen möchten. Da Kinder ab 8 Jahren bereits Slalom fahren können und dürfen, haben sie bereits hier die Möglichkeit, unter Wettbewerbsbedingungen ihre Einstellung zum Motorsport unter Beweis zu stellen.


Die ersten Rundstreckenrennen (z.B. in der Kadettenklasse) finden auf fast identischen Sportgeräten statt, so dass eine Umstellung kaum nötig ist.

Sicherlich tauchen immer wieder "Experten" auf, die die Meinung breittreten, dass der Slalomsport reine Zeitverschwendung sei, denn im späteren Kartleben sei gerade das Durchsetzungsvermögen im hautnahen Kontakt zu anderen Karts von existenzieller Bedeutung und dieses ließe sich kaum allein zwischen Pylonen lernen.

Offenbar doch, denn fast allen erfolgreichen Kartfahrer haben ihre ersten Erfahrungen im Slalomsport gesammelt! Und gerade sie verfügen über mehr Fahrzeugbeherrschung für den kontaktfreien millimetergenauen Umgang mit anderen Kartkollegen.

Slalomsport ist nie eine vertane Zeit, egal ob das Kartfahren ein Hobby oder ein ernsthafter Sport sein soll!


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